Krankheiten

Mittelmeerkrankheiten

Die sogenannten Mittelmeerkrankheiten sind Krankheiten, die durch Zecken oder Sandmücken übertragen werden können. Diese Krankheiten treten mittlerweile nicht mehr nur im Mittelmeerraum auf, sondern auch in weiten Teilen Europas. Daher kann man streng genommen nicht mehr nur von Mittelmeerkrankheiten sprechen. Auch in Deutschland (vor allem in Süddeutschland) kommen diese bereits vor. Ausreichenden Schutz bieten spot-on-Präperate mit Repellenteffekt und ein Scalibor-Halsband sowie Heartguard-Tabletten bei Reisen in den Süden.

Alle unsere Hunde werden vor einer Adoption auf die folgenden sogenannten Mittelmeerkrankheiten (Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose, Dirofilariose) durch eine Labor-Blutuntersuchung getestet. Nur in Ausnahmefällen führen wir sogenannte Schnelltests durch.
Bei einem positiven Testergebnis leiten wir in Portugal die nötige tierärztliche Behandlung ein, denn ein akut erkranktes Tier steht nicht mehr zur Vermittlung.
Hunde, die einen Babesiose – oder Ehrlichiose Titer aufweisen, werden nur behandelt ausgeflogen. Der Babesiose- bzw. Ehrlichiosetiter
kann neben dem Hauptüberträger (Zecke) bereits von der Mutter auf die Welpen übertragen worden sein oder der Hund hat bereits eine Infektion erfolgreich überstanden. Viele südländischen Hunde zeigen daher einen positiven Wert. Die Höhe des Titers läßt jedoch auf eine überstandene oder akute Infektion schließen. Ein Titer allein heißt somit nicht, dass es zu einer akuten Krankheit kommen wird. Wir haben uns aber entschlossen auch den Titer präventiv zu behandeln, um alle Eventualitäten zu minimieren.
Leishmaniose postiv getestete Tiere werden von uns nicht nach Deutschland vermittelt. Ein Tier das positiv auf Leishmaniose getestet wurde, versuchen wir zu unterstützen, um alle Behandlungen und Therapien in Portugal durchführen zu lassen
Da der Test auf Leishmaniose erst bei Hunden ab ca. einem Jahr zuverlässige Ergebnisse liefert, vermitteln wir keine Welpen.
Sollte eine Dirofilariose-Infektion vorliegen, wird der Hund in Absprache mit dem neuen Besitzer nur nach einer erfolgreichen Behandlung vermittelt.
Da es sich bei allen Tests nur um eine Momentaufnahme handeln kann, ist es immer sinnvoll die Hunde in Deutschland nach 3-6 Monaten nachzutesten, damit jegliches Risiko (wie Inkubationszeit) ausgeschlossen werden kann.
Zum Thema “Mittelmeerkrankheiten” beraten wir Sie gern.

Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen an dieser Stelle keine Anleitung zu Diagnose oder Therapie der entsprechenden Krankheiten geben wollen, sondern Ihnen nur einen kurzen Überblick über die häufigsten Mittelmeerkrankheiten und deren Therapie vermitteln möchten.

Babesiose:

Der Überträger der Babeiose ist die braune Hundezecke. Nur durch eine Blutuntersuchung in einem Labor kann diese Krankheit festgestellt werden.

Krankheitsverlauf/Symptome:

Oftmals fehlen die typischen Symptome. Wenn ein Tier akut erkrankt ist, erkennt man dies an seinem schlechtem Allgemeinbefinden. Das Tier hat hohes Fieber, ist matt und apathisch. Die Schleimhäute sind sehr blass bis gelblich. Der Harn verfärbt sich rot- oder grünbraun. Durch eine Ultraschalluntersuchung erkennt man in einem weit fortgeschrittenem Stadium eine Vergrößerung der Milz und der Niere. Bei Welpen/Junghunden kann eine massive Infektion aufgrund der auftretenden Gerinnungsstörungen zum plötzlichen Tod führen. Ein Tier kann auch chronisch erkranken. Die Hauptsymptome sind dabei wechselndes Fieber und der Verlust der Kondition. In einigen Fällen wird bei Babesiose positiv getesteten Tieren eine Mehrfachinfektion mit Ehrlichiose oder sogar auch Leishmaniose festgestellt.

 Die Therapie bei einem positiven Laborergebnis:

Das Tier erhält im Abstand von 2 Wochen zwei Spritzen mit dem Wirkstoff Imidocarb. Nach Beendigung der Behandlung wird nach einem Monat Wartezeit, noch einmal Blut abgenommen und der Wert in einem Labor nachgetestet. Ist der Wert negativ, kann das Tier ausreisen. Die Heilungschancen nach der Behandlung, sind in der Regel sehr gut, da die Erkrankung vollkommen ausgeheilt werden kann.

Ehrlichiose:

Der Überträger der Ehrlichiose ist die braune Hundezecke da meist dieser das Bakterium in sich trägt. Nur durch eine Blutuntersuchung in einem Labor kann diese Krankheit festgestellt werden.

Krankheitsverlauf/Symptome:

Die Symptome sind Apathie, Fressunlust oder Futterverweigerung, Nasenbluten, punktförmige Blutungen auf den Schleimhäuten. In seltenen Fällen hat das Tier blasse Schleimhäute und weist neurologische Symptome wie Krampfanfälle und Lähmungserscheinungen auf. Ist ein Tier chronische erkrankt, zeichnet sich dies durch Abmagerung, erhöhte Blutungsneigung mit Nasenbluten und punktförmigen Blutungen auf den Schleimhäuten aus. In seltenen Fällen hat das Tier einen blutigen Kot und Ödeme an den Gliedmaßen. Ist das Knochenmark bereits befallen, ist die Prognose ungewiss bis schlecht. In einigen Fällen wird bei Ehrlichiose positiv getesteten Tieren eine Mehrfachinfektion mit Babesiose oder sogar auch Leishmaniose festgestellt

Die Therapie bei einem positiven Laborergebnis:

Das Tier erhält 3-4 Wochen lang ein Antibiotikum. Nach Beendigung der Behandlung wird nach einem Monat Wartezeit, noch einmal Blut abgenommen und der Wert in einem Labor nachgetestet. Ist der Wert negativ, kann das Tier ausreisen. Die Heilungschancen nach der Behandlung, sind in der Regel sehr gut, da die Erkrankung vollkommen ausgeheilt werden kann.

 

Leishmaniose:

Der Überträger der Leishmaniose ist die Sandmücke. Nur durch eine Blutuntersuchung in einem Labor oder durch ein Punktat aus dem Knochenmark kann diese Erkrankung festgestellt werden. Ein Schnelltest ist zwar günstiger, jedoch ist dieser nicht aussagekräftig.

Krankheitsverlauf/Symptome:

Es gibt zwei Formen wie sich die Leishmaniose bei einer aktuten Erkrankung darstellt. Bei einer viszerale Leishmaniose werden die innere Organe wie Nieren, Leber, Milz und Darm befallen. Die Symptome sind Mattigkeit, Fieberschübe und Durchfälle. Diese Form der Leishmaniose führt ohne Behandlung innerhalb eines Jahres zum Tode. Die kutane Leishmaniose (Hautleishmaniose) zeigt sich in haarlosen Stellen vor allen bei den Ohrspitzen, am Nasenrücken, zwischen den Pfoten und um die Augen herum. In einigen Fällen breiten sich die haarlosen Stellen auf den ganzen Körper aus. Typisch für die kutane Form ist der übermäßiges Krallenwachstum der sich oftmals mit einer Entzündung am Krallenbett zeigt.

Die Therapie bei einem positiven Laborergebnis:

Häufig ist eine vollständige Heilung der Erkrankung nicht möglich. Es gibt zwar in einigen Fällen Spontanheilungen, diese jedoch sind leider sehr selten. Die therapeutischen Ansätze bei einem Leishmaniosen positiven Tier, konzentrieren sich daher neben der Erregerelimination vor allem auf eine Stärkung der körpereigenen zellulären Abwehr.
Eine Kontrolle der Blutwerte sollte alle 3 Monate durchgeführt werden. Jedes Tier muss spezifisch therapiert werden, d.h. ein Standart Behandlung gibt es dafür nicht. Die Behandlung wird auf jedes Tier individuell abgestimmt. Eine Langzeitmedikation ist in den meisten Fällen nötig.

Dirofilariose:

Der Überträger der Dirofilariose sind verschiedene Stechmückenarten. Nur durch eine Blutuntersuchung in einem Labor kann diese Krankheit festgestellt werden.

Krankheitsverlauf/Symptome:

Diese Krankheit wird als Herzwurm bezeichnet. Die Larven wandern von der Muskulatur in die Blutgefäße. Dort siedeln sie sich in der großen Lungenarterie, in den herznahen Abschnitten der Hohlvenen und vor allem in der rechten Herzhälfte an. Bei einer starken Infektion zeigen Hunde eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Auch ermüden diese sehr schnell. Durch das ansiedeln der Larven in einer Herzhälfte entwickelt sich eine Rechtsherzinsuffizienz mit Überlastung und eine Erweiterung der rechten Herzseite. Hierbei zeigt das Tier oftmals Atemnot, Husten, Herzrasen, Leberstauung und Gewichtsverlust an. Die Bildung von Ödemen an den Beinen, eine Bauchwassersucht oder eine Stauung der Venen sind ebenfalls die Folge. Röntgenaufnahmen helfen hierbei den Schweregrand der Herz-Lungenwurmerkrankung einzuschätzen. Eine Ultraschalluntersuchung ermöglicht hierbei eine Beurteilung der Auswirkung auf die Funktion und Anatomie des Herzens. Wir ein Tier trotz Diagnose nicht therapiert verläuft die Krankheit tödlich.

Die Therapie bei einem positiven Laborergebnis:

Das Tier erhält über einen Zeitraum von 2-3 Monate in verschiedenen Abständen eine Immiticide-Injektion, ggf. mit der Zugabe von Cortison. Nach Beendigung der Behandlung wird nach 2-4 Wochen Wartezeit noch einmal Blut abgenommen und der Wert in einem Labor nachgetestet. Ist der Wert negativ, kann das Tier ausreisen. Die Heilungschancen nach der Behandlung, sind in der Regel sehr gut, da die Erkrankung ausgeheilt werden kann.

 

Wir vermitteln nur Hunde, die wir aufgrund ihres mentalen wie körperlichen Zustandes für vermittelbar halten.
Auf Krankheiten, die uns bekannt sind oder, die sich während des Vermittlungablaufes herausstellen, weisen wir immer hin.
Wie sich die Entwicklung eines Tieres in den kommenden Jahren gestaltet können wir aber nicht vorhersagen; genausowenig können wir bestimmte Verhaltensweisen zusichern.
Auch sind wir keine Veterinärmediziner und müssen uns daher auf die Informationen unserer portugiesischen Tierärzte verlassen.